Terminkalender
« Nov
Jan » Dezember 2010 M D M D F S S 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 EC -
Neuste Beiträge
Neuste Kommentare
- Carina M., Baden Baden bei Frühling auf dem Friedhof
- Urnen das frEI | Atelier für Urnenkunst | Rita Capitain bei Imagefilm für Bestatter
- Gunnhild Fenia bei Urnen auf dem Postweg
Stichwort
Kategorien
Archive
- Mai 2012 (5)
- April 2012 (8)
- März 2012 (8)
- Februar 2012 (6)
- Januar 2012 (7)
- Dezember 2011 (8)
- November 2011 (10)
- Oktober 2011 (12)
- September 2011 (10)
- August 2011 (12)
- Juli 2011 (4)
- Juni 2011 (9)
- Mai 2011 (11)
- April 2011 (12)
- März 2011 (12)
- Februar 2011 (8)
- Januar 2011 (10)
- Dezember 2010 (11)
- November 2010 (11)
- Oktober 2010 (16)
- September 2010 (12)
Verzeichnisse
Netzwerke
Monats-Archive: Dezember 2010
Abschied vom alten Jahr
Noch zwei Tage und das Jahr 2010 wird Geschichte sein. Kein ungewöhnlicher Abschied, werden Sie vielleicht sagen, weil er alle 12 Monate kommt und man sich daran gewöhnt.
Edith Ochs / pixelio.de
Jedes Jahr fließt dabei Sekt in Strömen, es wird gebollert, getanzt, gelacht und vielleicht auch ein wenig geweint. Am nächsten Morgen erinnert höchstens noch ein dicker Kopf an den Jahreswechsel und schon ist alles vorbei. Eigentlich schade, weil die Zeit zwischen Weihnachten und dem 6. Januar zu den besonderen Tagen im Jahr zählt. Es sind die heiligen Rauhnächte, die früher ein festes Ritual im Jahreszyklus darstellten.
Man ging davon aus, dass diese Tage die Weichen für das neue Jahr stellten. Sie markierten den Abschied und bereiten auf das „neue“ Leben vor.
So wurde während der Tage und Nächte möglichst nicht gearbeitet, sondern gefeiert, Rückschau gehalten und orakelt. Wer sich ein wenig mit der alten Tradition und Bedeutung der Zeit zwischen den Jahren befassen möchte, der findet im Buch „Das Geheimnis der Rauhnächte“ von Jeanne Ruland einen kompakten Leitfaden.
Innerhalb der 12 Tage gab es zwei besondere, den 28. Dezember und den 5. Januar.
Diese Tage waren geeignet, um alles Schlechte aus dem alten Jahr aufzulösen und zu erlösen. Dazu war es wichtig, sich die schlechte Ereignisse, z.B. Streitigkeiten, Krankheiten oder Enttäuschungen nochmals genau vorzustellen und dann in Gedanken in ein weißes oder violettes Licht zu tauchen. Damit verwandelten sich die Ereignisse in etwas Positives, was man mit gutem Gewissen loslassen konnte.
Was für ein wunderbares Abschiedsritual, das leider weitgehend verloren ging. Schade, denn ein wenig Ruhe und Besinnung mit einem Rückblick auf die vergangenen Monate und ein bewusster Abschied von alldem, was jetzt zu Vergangenheit wird, würde uns allen sicher gut tun.
Veröffentlicht unter Abschied, Rituale
Verschlagwortet mit abschied, Leben, rauhnächte, rituale
Hinterlasse einen Kommentar
Abschied in anderen Kulturen: Tibet
Heute lade ich Sie zum Ausflug in eine für uns sehr fremde Kultur des traditionellen Tibets.
Franz Mairinger / pixelio.de
Gegenwärtig ist Tibet überwiegend buddhistisch, doch über buddhistische Bestattungen werden Sie im Blog noch mehr erfahren. Bevor jedoch Tibet seine buddhistische Ausrichtung im 8. Jahrhundert fand, herrschte dort die Bön-Religion, deren Rituale bist heute praktiziert werden. Die religiösen Rituale weisen starken schamanischen Bezug auf und wirken dadurch aus unserer Sicht recht befremdlich. Bön (Bon) kann als „Wahre Lehre“ übersetzt werden und blickt auf eine komplexe Entwicklungsgeschichte zurück. Stets jedoch ist der enge Bezug zu Natur und natürlichen Phänomenen unverkennbar. Im Laufe der Entwicklung entstanden immer mehr Parallelen zum Buddhismus, doch Bön behielt trotzdem noch eigene Lehren, Rituale, Mythen und Götter, so dass er als eigenständige Religion gilt. Eine zentrale Stellung in dieser Religion nimmt auch die Frage nach dem Tod und dem Leben danach ein. Die damit verbundenen Bestattungszeremonien haben aber nicht nur einen spirituellen Hintergrund. In der Bön-Religion wurde und wird immer noch die Himmelsbestatung praktiziert.
Die sterblichen Überreste des Menschen werden von Vögeln gefressen und so in den Himmel getragen.
Was zuerst nach einem menschenunwürdigen und brutalen Ritual aussieht, hat sehr praktische Gründe. Auf den weiten, trockenen und kalten Tibet-Ebene war/ist jede andere Art der Bestattung schwer durchführbar. Das Brennmaterial für Feuerbestattungen ist zu kostbar und in der harten, verfrorenen Erde lässt sich mit einfachen Werkzeugen keine Grube ausheben. So wird der Zeremoniemeister, ein speziell eingeweihter Geistlicher, mit der Bestattung beauftragt. An einem speziellen Ort, mit einem natürlichen Friedhof vergleichbar, wird der Leichnam so vorbereitet, dass Vögel, meistens Geier, schnell und möglich restlos den Körper beseitigen. In der Vorstellung der Gläubigen ist es die letzte gute Tat, die ein Mensch vollbringen kann, nämlich den eigenen Körper als Nahrung für Tiere zu opfern, um so in den Kreislauf der Natur zurückzukehren.
Wenn Sie noch mehr über diese Zeremonie nachlesen wollen, dann empfehle ich Ihnen ein Reisebericht von Martin Gädke. Für Unempfindliche gibt es auch Original-Bilder einer Himmelsbestattung.
Veröffentlicht unter Bestattung, Rituale, Wissen
Verschlagwortet mit abschied, bestattung, Bestattungen, himmelsbestattung, Tibet
1 Kommentar
Wunsch zu Weihnachtszeit
Liebe LeserInnen,
mit einem wunderschönen Gedicht von Thomas de Vachroi möchte ich mich von Ihnen für eine kurze Weihnachtspause verabschieden.
Ich wünsche Ihnen erholsame, besinnliche Feiertage.
Bis bald,
Hedwig Seipel
Gerd Altmann / pixelio.de
Es ist Winter – es ist Weihnachtszeit,
fern zu Hause sind Berge und Täler verschneit,
wir sehnen uns nach friedlicher Ruh und Licht,
dies gibt es aber in Wirklichkeit nicht.
Es ist ein Wunschtraum,
den wir hängen an den Weihnachtsbaum.
Ins Bewusstsein kommen in den letzten Tagen
die Erinnerungen, was wir mussten ertragen.
Friedlich wollen wir nun zusammenleben
unseren Nächsten ein Stück von uns selber geben.
Entfliehen dem Alltag mit seinen Sorgen und Leid
es ist ein Wunschtraum zur Weihnachtszeit.
Es müssen nicht immer Wunschträume sein,
bringen wir uns selber aktiv ins Leben ein.
Tun wir dies mit ganzem Herzen
erfahren wir, es lindert Schmerzen.
Es finden sich Menschen mit gleichen Träumen,
sie helfen sich Hindernisse aus dem Weg zu räumen,
sie reichen die Hand, um einander zur Seite zu steh`n,
damit keiner seinen Weg muss alleine gehen.
Weihnachtszeit ist für mich Friedenszeit,
zum Geben bin ich immer bereit,
um für all das Gute, was ich konnt erfahren
mit diesen Zeilen,
Dank zu sagen.
Veröffentlicht unter Allgemein
Hinterlasse einen Kommentar
Die Vielfalt der Grabstätten
Vor wenigen Wochen erläuterte ich kurz, welche grundsätzlichen Bestattungsarten in Deutschland möglich sind. Aber was passiert danach? Haben Sie schon nachgedacht wie Ihre Grabstätte aussehen soll?
Viele von uns scheuen sich darüber nachzudenken, was gar nichts daran ändert, dass jeder von uns eines Tages eine Grabstätte brauchen wird. Um nicht darüber nachdenken zu müssen, treffen manche die Entscheidung „es ist mir egal, wie ich begraben werde“. Diese Einstellung mag augenblicklich sehr bequem und passend sein. Sie ist aber nur verschoben, spätestens nach dem Tod muss sie dann von den Verbliebenen getroffen werden, weil es eine „Egal-Grabstätte“ nicht gibt.
Die Angehörigen können die Art der Grabstätte selbst aussuchen, sofern der Verstorbene zu Lebzeiten keine besondere Regelung getroffen hat, z.B. im Rahmen eines persönlichen Vorsorgevertrages. Bei der Auswahl der Grabstätte sollten mehrere Aspekte durchdacht und berücksichtigt werden wie z.B.: Individualität der Grabstätte (anonym, persönlich, standardisiert), ein Ort der Erinnerung, Kosten und Pflegeaufwand. Die kurze Übersicht gibt Ihnen ein wenig Orientierung in der Vielfalt der Grabstätten.
Reihengräber
Dabei handelt es sich um in Reihen angeordnete Einzelgräber auf einem Reihenfeld. Sie werden kostenpflichtig von der jeweiligen Friedhofsverwaltung vergeben, und zwar ausschließlich für die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit von zwanzig bis dreißig Jahren. Eine Verlängerung ist nicht möglich.
Wahlgräber
Das sind Beisetzungsstätten, auf denen einer oder mehrere Plätze belegt werden können und deren Nutzungsrecht – im Gegensatz zum Reihengrab – auf Wunsch der Angehörigen nach Ablauf der gesetzlichen Ruhezeit von dreißig bis vierzig Jahren verlängert werden kann. Sie haben die Möglichkeit, die Lage der Grabstätte auf dem Friedhof auszuwählen.
Urnenreihengräber
Nach der Einäscherung erfolgt die Beisetzung der Urne in einem Grab. Die einzelnen Grabstätten liegen auf einem geschlossenen Urnenfeld und werden der Reihe nach belegt.
Urnenwahlgräber
Hierbei können die Angehörigen das Urnengrab, anders als beim Urnenreihengrab, selbst frei auswählen. Mit Zustimmung der Friedhofsverwaltung ist es möglich, darin mehrere Urnen beizusetzen.
Anonyme Urnenfelder
Die anonyme Urnenbeisetzung erfolgt entweder auf einer extra dafür vorgesehenen Fläche oder auf einem anonymen Areal; das hängt vom jeweiligen Friedhof ab. Hier sind weder ein Grabschmuck noch ein Grabstein zugelassen.
Kolumbarien und Urnenhallen
Schon die antiken Römer der Kaiserzeit pflegten ihre Verstorbenen im Inneren von Grabkammern, den so genannten Kolumbarien, beizusetzen. Die Urnen standen in Wandnischen. Man findet diese Form der Bestattung noch oft in mediterranen Ländern.
Bei den heutigen Kolumbarien stehen die Urnen in einer verschlossenen Nische an speziell dafür errichteten Außenwänden. Oder man hat die Möglichkeit, sie an den Wänden im Inneren einer Urnenhalle zu platzieren.
Bei Kolumbarien und Urnenhallen handelt es sich um Friedhofsanlagen, die ausschließlich für die Beisetzung von Urnen bestimmt sind. Man findet sie aber nicht auf allen Friedhöfen.
Die Beisetzung auf See
Diese Form der Beisetzung setzt eine Einäscherung voraus. Die Asche des Verstorbenen wird anschließend mit einer feierlichen Zeremonie in einer Urne dem Meer übergeben. Den Trauernden ist es freigestellt, an der Urnenbeisetzung teilzunehmen.
Das Material der Urne ist so gewählt, dass es sich nach wenigen Stunden im Wasser auflöst. Die Angehörigen erhalten anschließend zum Gedenken eine geographische Karte mit dem Ort der Bestattung ausgehändigt.
Das Beisetzen der Asche auf See ist genehmigungspflichtig. Daher sollte der Verstorbene zu Lebzeiten eine persönliche oder berufliche Verbindung zum Meer gehabt haben. In aller Regel kommen dafür die Nord- oder Ostsee in Betracht, grundsätzlich aber auch jedes andere Meer.
Die Beisetzung in der Natur
Hier handelt es sich um eine recht neue Art der Beisetzung. Sie setzt ebenfalls eine vorherige Einäscherung voraus. Anschließend wird die Asche direkt zu den Wurzeln eines Baumes gegeben. Die „Grabpflege“ übernimmt die Natur.
Menschen, die sich für die Beisetzung der eigenen Asche in einem Wald entscheiden, suchen sich „ihren“ Baum in aller Regel selbst aus. Analog zu einem Familiengrab eignet er sich auch als immer wieder genutzter Beisetzungsort für die Asche einer ganzen Familie.
Waldgebiete für eine Naturbestattung sind Teil eines natürlichen Waldes. Dabei kann es sich um alte Eichenwälder, lichte Mischwälder, Junganpflanzungen, Bäume an Wasserläufen, Seen oder auch einfach unberührte Flächen handeln.
Die Angehörigen wählen gemeinsam mit dem Revierförster einen Baum aus und lassen ihn anschließend ins Baumregister aufnehmen. Durch einen entsprechenden Grundbucheintrag sind diese Bäume fortan vor dem Fällen geschützt.
Es besteht auch die Möglichkeit, die Asche zu den Wurzeln eines Baumes zu geben, der gemeinsam mit anderen, nicht zur Familie gehörenden Menschen genutzt wird. An diesem Gemeinschaftsbaum erwirbt man einen Anteil.
Durch Naturbestattung kehrt der Verstorbene im konkreten wie symbolischen Sinn wieder in den Kreislauf des Lebens zurück.
(Quelle: mit freundlicher Genehmigung von Heuse Bestattungen)
Veröffentlicht unter Friedhöfe, Information über..., Ratgeber, Trauerkultur
Verschlagwortet mit bestattungsarten, grabstätte, Heuse Bestattungen, Vorsorge
Hinterlasse einen Kommentar
Abschied nehmen
Es gibt nicht viele Musiker, die Sterben, Tod und Abschied nehmen zum Thema ihrer Werke machen. Vor wenigen Wochen stellte ich Ihnen Den Grafen mit seinem Lied “Geboren um zu leben” vor. Heute fand ich durch ein Zufall ein Video von Xavier Naidoo zu seinem Lied “Abschied nehmen”.
Das Video wurde inzwischen über 2,8 Millionen Mal angeklickt und hat fast 3.000 Kommentare, in denen viele Menschen einfach ihre Trauer zum Ausdruck bringen. Xavier Naidoo “öffnet die Türen zu unseren Herzen und liest daraus vor alles das, was man sich heut zu Tage in dieser modernen Welt an Gefühlen nicht mehr zulässt und irgendwann vergisst man, dass man sie hat, wenn nicht so ein Künstler wie Xavier wäre, der uns aus unseren Herzen singt…”. So kommentiert R.I.P, der/die das Wichtigste in wenigen Worten gefasst hat.
Veröffentlicht unter Abschied, Musik
Verschlagwortet mit abschied nehmen, Abschiednehmen, musik, sterben, Tod
Hinterlasse einen Kommentar
Die besten Beerdigungen der Welt
Heute habe ich einen ganz besonderen Buchtipp für Sie: Die besten Beerdigungen der Welt, von Ulf Nilsson und Eva Eriksson, erschienen im Moritz-Verlag.
Moritz Verlag Frankfurt
Auf den ersten Blick sieht das vierzigseitige Büchlein wie eine von vielen lustigen Geschichten für Kinder. Der Eindruck täuscht. Zwar ist es ein Kinderbuch und die Geschichte ist auch lustig geschrieben, doch es geht den Ernst des Todes.
Den Autoren ist es aber hervorragend gelungen, das traurige Tabuthema in eine herzergreifende Erzählung zu verpacken. Es geht um drei Kinder, die aus Langeweile nach einer neuen Beschäftigung suchen und eine tote Hummel finden. Sie beschließen sie zu beerdigen und ihr Geschäftleben als Bestatter beginnt. Wie die Geschichte weiter geht und was sie so einzigartig macht, können Sie beim Buchleser erfahren.
Veröffentlicht unter Bestattung, Literatur, Trauerbewältigung
Verschlagwortet mit Beerdigung, Bestatter, buchleser, buchtipp
Hinterlasse einen Kommentar
Nach dem Abschied – eine Reise ins Leben
Der Tod eines geliebten Menschen und der Abschied von ihm, markieren einen Meilenstein im Leben der Hinterbliebenen. Es ist schwer den Weg zurück ins Leben zu finden. Um zurück zu kommen, muss man aber zuerst verreisen. Und genau solche Reise ins Leben bietet TUI in ihrem Programm.
www.reiseinsleben.de
Verreisen heißt Perspektive wechseln, Distanz zum Gewohnten aufbauen, das Geschehene aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Das einwöchige Programm dieser Reisen läuft nach einem bestimmten Rhythmus, um der Trauer genügend Zeit und Raum zu geben. Vom Ankommen und Kennenlernen, über Rituale schaffen und neue Lebensperspektiven zu entwickeln bis hin zum Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt werden die Reiseteilnehmer durch ausgebildete Trauerbegleiter behutsam geführt.
Die Reiseziele führen zu den schönsten Gegenden Europas, z.B. nach Madeira, Mallorca, Teneriffa oder Kreta.
Das Reiseangebot präsentiert auf seiner Webseite alle weiteren Informationen. Über Partner des Projektes kann auch eine persönliche Beratung in Anspruch genommen werden. So finden Sie zahlreiche Bestatter in Frankfurt, Berlin oder Hamburg, die Ihnen diese Reisen empfehlen.
Veröffentlicht unter Abschied, Information über..., Trauerbewältigung
Verschlagwortet mit abschied, reise ins leben, Tod, Trauer, trauerbegleiter, trauerbewältigung
Hinterlasse einen Kommentar
Frostiger Abschied: Bestattung mit dem Presslufthammer
Der Tod kennt keine Jahreszeiten. Gefrorener Boden erschwert die Arbeit der Friedhofsmitarbeiter. Innovative Lösungen sind nötig, um auch im Winter Gräber für Bestattungen auszuheben.
(C) Aeternitas e.V.
In vielen deutschen Städten wird die Friedhofsruhe bei strengem Frost durch den Lärm eines Presslufthammers gestört. „Ist der Boden gefroren, reichen Bagger, Hacke und Schaufel häufig nicht mehr aus, um die Gräber für Särge und Urnen auszuheben“, erklärt Hermann Weber, der Vorsitzende von Aeternitas e. V., der Verbraucherinitiative Bestattungskultur. Dann muss schweres Gerät eingesetzt werden. Jeder Friedhof hat seine eigenen Methoden, um dem gefrorenen Boden Herr zu werden.
Manchmal hilft nur noch die Kraft des Feuers, um ein Grab auszuheben. Mit Öfen oder Metallkörben, in denen ein Feuer lodert oder die mit heißer Kohle befüllt werden, wird der Boden aufgetaut.
Für ein kleines Urnengrab tut es auch schon mal der Gasbrenner. 24 Stunden kann es dauern, bis der gefrorene Boden einen Meter tief aufgetaut ist. „Da solche Öfen durch ihre Hitzeentwicklung auch die umliegenden Pflanzen schädigen, werden sie nur noch selten eingesetzt – häufig auf kleineren Friedhöfen, die über keine Gerätschaften wie Presslufthammer verfügen“, sagt Weber. Ganz wichtig ist, dass die ausgehobene Erde sorgfältig abgedeckt wird, damit diese nicht wieder einfriert, bevor sie ins Grab geschaufelt wird.
Während der Frost die Arbeit auf den Friedhöfen erschwert, kommt der Schnee den Friedhofsmitarbeitern bei extremer Kälte nicht ungelegen – trotz der Mehrarbeit durch Räum- und Streudienste. Eine dichte Schneedecke schützt den Boden vor allzu extremem Frost. Viele Friedhöfe werden auch schon im Vorfeld des Winters selbst tätig. Sie decken die Gräber, auf denen in den nächsten Monaten voraussichtlich Bestattungen anstehen, zum Schutz vor dem Frost mit Laub, Reisig oder Tannenzweigen ab.
Quelle: Pressemitteilung Aeternitas e.V.
Veröffentlicht unter Abschied, Bestattung, Friedhöfe, Pressemitteilungen
Verschlagwortet mit abschied, aeternitas, bestattung, friedhof
Hinterlasse einen Kommentar
Todesfall – und wer hilft mir?
Ein Todesfall bedeutet eine emotionale Ausnahmesituation für die Verbliebenen. In dieser Situation logisch-rational zu handeln ist nahezu unmöglich.
(C) Heuse Bestattungen
Besonders dann nicht, wenn man sich im Vorfeld gar nicht mit dem Ernstfall gedanklich auseinander gesetzt und sachlich informiert hat. In meinem letzten Beitrag haben Sie erfahren, dass die jüdische Trauerkultur die engsten Verwandten des Verstorbenen in den ersten Tagen nach seinem Tod von allen Pflichten entbindet, damit sie in Ruhe trauern können. Alle Formalitäten, die in dieser Zeit zu erledigen sind, werden von den dafür ausgebildeten Helfern übernommen. Doch solche Helfer gibt es in jeder Kultur, es sind die Bestatter. Früher waren sie nur für die Versorgung des Leichnams und die Beerdigung zuständig. Heute bieten gute Bestatter einen kompletten Service, der mit der Vorsorge zu Lebzeiten beginnt und im Trauerprozess noch lange nach der Bestattung endet.
Ich weiß, es ist nicht üblich, dass man bei einem Stadtbummel, vorbeigehend am Schaufenster eines Bestattungsunternehmens spontan hereinschaut, um sich über seinen Service zu informieren. Aber warum eigentlich nicht? Zugegeben, es muss nicht gerade mitten im Weihnachtsstress sein aber danach, wenn es wieder ruhiger wird? Was hindert uns daran, unverbindlich, ohne dass ein konkreter Bedarfsfall vorliegt, einen Beratungstermin beim Bestatter zu vereinbaren? Ich denke je größer die emotionale Distanz zu einem tatsächlichen Todesfall besteht, umso leichter, unbeschwerter man über das Thema reden kann. So ein Gespräch hat noch einen großen Nutzen. Sie lernen den Bestatter kennen und können dabei völlig entspannt einschätzen, ob er oder sie die Person ist, der Sie sich anvertrauen würden, wenn ein Trauerfall eintritt und Sie sich um eine Bestattung kümmern müssen. Die sprichwörtliche „Chemie“ muss stimmen, damit Sie sich in guten Händen aufgehoben fühlen.
Denken Sie bitte ein wenig in der besinnlichen Adventszeit darüber nach und vielleicht nehmen Sie sich für das nächste Jahr so ein Gespräch fest vor.
Veröffentlicht unter Bestattung, Information über..., Trauerkultur
Verschlagwortet mit Bestatter, bestattung, in guten händen, Vorsorge
Hinterlasse einen Kommentar
Abschied in anderen Kulturen: Judentum
In der Reihe der Abschiedsrituale in unterschiedlichen Kulturen der Welt, stelle ich Ihnen heute den Abschied im Judentum vor.
Grabsteine, Jüdischer Friedhof in Calvörde (Wikipedia)
Das Leben hat im Judentum den höchsten Wert. Deshalb soll alles getan werden, um ein Leben zu erhalten. Die Unterstützung seiner Mitmenschen, insbesondere Armer und Kranker, gilt als religiöse Pflicht. Doch der Tod ist unausweichlich aber ein Sterbender wird nie alleine gelassen. Es wird von ihm erwartet, dass er das Sündenbekenntnis spricht, bzw. mit Personen, die an seinem Bett beten, mitspricht und dass er als letztes das Glaubensbekenntnis „Höre Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig.“ (5. B. Mosis, 6,4) rezitiert.
Nach dem Eintreten des Todes wird der Leichnam zuerst nicht berührt. Die weiteren Rituale übernimmt Chewra Kadischa (Heiliger Verein), eine Gruppe von Männern und Frauen in der Gemeinde, die sich ehrenamtlich um Kranke und Tote kümmert. Sie wird die Tahara (rituelle Reinigung des Körpers) abwickeln, den Verstorbenen die Tachrichim anlegen und dafür sorgen, dass das Begräbnis in Übereinstimmung mit der jüdischen Tradition durchgeführt wird.
Der Leichnam wird mit einem schlichten, weißen Hemd und einer weißen Kopfbedeckung bekleidet.
Bis zur Beerdigung wird der Tote nie allein gelassen. Das wäre als Mangel an Respekt angesehen, deshalb sitzt ein Schomer (Wächter) neben dem Toten und sagt verschiedene Psalme auf. Die enge Familie des Verstorbenen wird von jeder religiösen Pflicht befreit, braucht nicht zu beten und kann sich ganz ihrer Trauer hingeben.
In der jüdischen Kultur gibt es fast ausschließlich Erdbestattungen. Der Körper soll auf natürliche Art zu Erde zurückkehren und möglichst rasch zerfallen. Deshalb wurde ursprünglich kein Sarg, sondern nur ein Leichentuch verwendet. Heute, aufgrund der geltenden Vorschriften, wählt man einfache Särge aus weichem Holz aus. Manchmal werden sogar kleine Löcher in den Sarg gebohrt, um den natürlichen Zerfall zu beschleunigen.
Das Begräbnis findet traditionell noch am Todestag statt, außerhalb Israels wird jedoch meist eine Wartepflicht von 48 Stunden verlangt. Die Trauerfeier findet in einer Leichenhalle statt. Sie besteht aus Gebeten, einem einleitenden Gesang des Kantors und einer Trauerrede, die meistens von einem Rabbiner gehalten wird.
Zum Zeichen der Trauer nimmt die Familie und die nächsten Verwandten die sogenannte Kria (ein Riß) vor. Dabei zerreißen sie die Kleidung oberhalb des Herzens. Heute geschieht es meist symbolisch durch das Abreißen eine Krawatte oder eines auf die Kleidung gehefteten Bandes.
Bei einem jüdischen Begräbnis wird auf Blumenschmuck und prunkvolle Grabmäler verzichtet, denn es soll deutlich werden, dass im Tode alle gleich sind. Die jüdische Tradition erachtet es als besonders wichtig, dass der Körper eines Verstorbenen nur von Juden behandelt wird, der Sarg von ihnen getragen und in das Grab herabgelassen wird. Der Gang von der Trauerfeier zum Grabe wird mehrmals unterbrochen, um die Mühsal dieses Weges anzuzeigen.
Nach dem Herablassen des Sarges in die Grabstelle werden noch weitere Gebete gesprochen und der Sarg mit Erde bedeckt. Am Ende spricht man den Trauernden tröstende Worte zu, wofür es eine feste Formel gibt. Bevor man den Friedhof verlässt, wäscht man sich die Hände ohne sie abzutrocknen, um die Erinnerung an den Verstorbenen zu verlängern. Am Friedhofsausgang werden Sparbüchsen aufgestellt, denn es gilt vor dem Verlassen des Friedhofs Almosen zu geben.
Die Trauerzeit (Schiwa) beginnt nach der Beerdigung und dauert sieben Tage. Während dieser Zeit soll die Familie des Verstorbenen das Haus nicht verlassen, keine festen Schuhe tragen und auf niedrigen Schemeln sitzen. Außerdem soll man weder arbeiten, noch mit dem Studium der Tora, der heiligen Schrift sich beschäftigen. Darüber hinaus sollten die Trauernden Handlungen vermeiden, die dem Körper wohltuend sind wie Baden, Rasieren, Schminken, Haareschneiden. Auch der Verzicht auf Geschlechtsverkehr in dieser Zeit ist üblich.
Die Schiwa geht nach sieben Tage in Schloshim, den Trauermonat über. Jetzt geht das Leben fast den gewohnten Weg, jedoch auf Vergnügungen wird weiterhin verzichtet. Am Jahrestag des Todes oder des Begräbnisses begeht man die “Jahrzeit”. An diesem Tag wird für gewöhnlich der Grabstein gesetzt. Friedhöfe gelten als „Häuser der Ewigkeit“ und dürfen deshalb niemals aufgelöst werden. Traditionell legt man zum Zeichen des Gedenkens an den Verstorbenen einen kleinen Stein auf den Grabstein. Auf Blumenschmuck und Grabbepflanzung wird verzichtet.
Quellen:
Internetbeiträge des Zentralrates der Juden in Deutschland, des Lessing Gymnasiums Döbeln und der Jüdischen-Infoseite
Veröffentlicht unter Abschied, Bestattung, Rituale, Trauerkultur, Wissen
Verschlagwortet mit abschied, bestattung, judentum, jüdische bestattung, trauerfeier
2 Kommentare









