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Monats-Archive: April 2011
Messe “Leben und Tod”
„Als wir zum ersten Mal die Messe „Leben und Tod“ hier in Bremen veranstaltet haben, begaben wir uns auf unbekanntes Terrain.
(C) Messe Bremen / Jan Rathke
Fachmedien, Besucher und Aussteller bescheinigten uns einigen Mut, mit diesem Thema ein neues Forum schaffen zu wollen. Tatsächlich kamen an die 2.000 Menschen, um sich bei den rund 60 Ausstellern Informationen zu holen, sich Vorträge anzuhören und um letzte Dinge in guten Zeiten zu regeln. Der Zuspruch hat nicht nur uns Mut gemacht: An die 90 Aussteller haben sich zur zweiten Auflage angemeldet, und auch die Nachfrage auf der Besucherseite ist jetzt schon deutlich spürbar“, sagt Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der Messe Bremen, die die „Leben und Tod“ vom 12. bis 13. Mai in der Halle 4 veranstaltet. Für den Freitag hat sich honoriger Besuch hat sich angesagt – Der Vortrag von Frau Dr. Margot Käßmann unter dem Titel „Alles hat seine Zeit – Ethische Fragen am Lebensende“ sorgt schon jetzt für viele Nachfragen.
Eigentlich ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft – der eigene Tod oder der eines geliebten Angehörigen. Die norddeutsche Messe „Leben und Tod“ bricht mit diesem Tabu und sorgt für Gesprächsstoff – und zwar miteinander. Angehörige, Betroffene, Menschen in medizinischen, pflegerischen, seelsorgerischen Berufen oder Mitarbeiter von Hospizdiensten sowie Aussteller, die mit den verschiedensten Hilfsangeboten und Produkten vor Ort sind, finden sich auf der Veranstaltung „Leben und Tod“ zusammen, die teilweise parallel zum Bremer Pflegekongress in der Messe Bremen stattfindet.
Das Angebot ist umfassend. Zum einen steht für die Fachleute der Netzwerk-Charakter im Vordergrund: Verbände, Institutionen und Anbieter informieren hier über ihre Arbeit und werben auch für sich als Arbeitgeber. „Hier werden neue Kontakte geknüpft und alte aufgefrischt, sowie aktuelle Themen diskutiert“, weiß Projektleiterin Meike Wengler. Wer sich als Fachteilnehmer beim Vortragsprogramm anmeldet, kann außerdem wertvolle Pflegepunkte sammeln. Fachbesucher profitieren des Weiteren von dem parallel stattfindenden Pflegekongress, denn ausgesuchte Vorträge, die hier angeboten werden, dürfen kostenlos besucht werden. „Die Leben und Tod“ bietet Beiträge wie die von Dr. Erhard Weiher „Spirituelle Begleitung von Sterbenden – wie geht das konkret“ oder „Trauer als Ressource – Zum Umgang mit Trauererfahrung im Arbeitsalltag“ vom Lotsenhaus Hamburg.
Interessierte können sich im Rahmen der „Leben und Tod“ nicht nur über aktuelle Themen wie die Patientenverfügung informieren, sondern auch ganz unverbindlich viele Fragen klären und sich selbst ein Bild machen. „Wer geht schon bei einem Bestatter vorbei oder spricht mit Mitarbeiterinnen eines Hospizes? Hier ist alles vor Ort und man kann sich in Ruhe informieren und Ansprechpartner finden“, erläutert die Projektleiterin Meike Wengler die guten Gründe, die für einen Besuch der „Leben und Tod“ sprechen. „Ganz wichtig ist uns eine angenehme Atmosphäre und Ruhe für intensive Gespräche. Das schätzen sowohl die Fachleute und Aussteller als auch die Privatbesucher“ so Wengler. Und es darf auch gelacht werden: Die Karikaturenausstellung des an Krebs verstorbenen Karl-Horst Möhl lädt ein, sich dem traurigen Thema von einer anderen Seite zu nähern. Auch das gemeinsame Projekt mit Trauerland, in dem 140 Grundschulkinder auf der Veranstaltung lesen, basteln und malen, bringt eine gewisse Leichtigkeit mit sich. „Wir nehmen den Titel der Veranstaltung wörtlich: Denn das Leben und der Tod gehören zusammen“.
Die zweite „Leben und Tod“ findet am 12. und 13. Mai in der Halle 4 der Messe Bremen statt. Auf der „Leben und Tod“ stellen ambulante und stationäre Hospizdienste, Altenpflegedienste und -heime, Bestattungsunternehmen, Friedhofsgärtnereien, Versicherungen, Selbsthilfegruppen, Vereine und Verbände aus. Dabei sind aber auch Kirchen und Glaubensgemeinschaften, es gibt Kunst, Literatur und vieles mehr.
Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr, Preis: 8 Euro, Fachteilnehmer finden die gestaffelten Preise sowie weitere Informationen im Internet unter www.lebenundtod-bremen.de.
Bestattung? Egal
Wie ich bestattet werden will, dürfte kein gewöhnlicher Gesprächstoff bei einer Gartenparty sein. Doch genau „Bestattung – egal“ wurde plötzlich zum Thema beim Grillabend im Freundeskreis. Wie es dazu kam, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Hier ein (sinngemäß wiedergegebener) Dialog des Abends:
(C) Traumwelten / pixelio.de
Er: Bestattung? Es ist mir doch schnuppe egal, was mit mir passiert, wenn ich tot bin. Sollen doch meine Verwandten machen, was sie wollen.
Sie: Findest du, dass du damit deiner Familie einen Gefallen tust?
Er: Ja, klar. Sie müssen auf keine besonderen Wünsche Rücksicht nehmen und können alles so gestalten, wie es ihnen passt und wie viel sie ausgeben wollen. Das ist doch so, heute muss man überall auf den Preis schauen.
Sie: Ich weiß, „Geiz ist geil“ hält nicht vor den Friedhofstoren an. Aber lasse uns nicht darüber diskutieren. Für mich ist deine Einstellung sehr egoistisch!
Er: Egoistisch! Wie kommst du darauf? Ich lasse doch den Hinterbliebenen eine maximale Freiheit der Entscheidung und denke gar nicht an mich.
Sie: Ne, du bist dann auch schon tot und ob Tote denken können, wissen wir nicht. Ich meine, findest du nicht, dass du die Menschen, die um dich trauen wollen, mit dieser Aufgabe überforderst? Kann es vielleicht sein, dass du lieber die Entscheidung anderen überlässt, statt sich selbst zu Lebzeiten darüber Gedanken zu machen?
Er: Wieso überfordern? Das macht doch sowieso alles der Bestatter. Sie müssen nicht alles alleine erledigen und sich um alles kümmern.
Sie: Ja, das stimmt, aber die Entscheidungen wie und was gemacht wird, müssen sie schon selbst treffen und das möglichst einvernehmlich. Hast du schon eine Bestattung im engeren Familienkreis erlebt?
Er: Nein, nicht so wirklich. Als meine Oma starb, hat alles die Schwester meiner Mutter in die Hand genommen, weil sie sich auch um sie die letzten Jahre gekümmert hat. Wir sind dann nur zur Beerdigung gekommen. Es verlief alles bestens.
Sie: In meiner Familie war es anders. Mein Vater starb nach einer längeren Krankheit. Zu Lebzeiten wollte er über den Tod und Bestattung gar nicht reden. Es war ihm, ähnlich wie dir, egal. Meine Mutter fiel nach seinem Tod in einen Schockzustand und war nicht imstande auch nur die einfachste Entscheidung zu treffen. Sie hat uns, mir und meinen zwei Brüdern, alle Entscheidungen überlassen. Doch Du kennst unsere „Familienkiste“. Mit unserem ältesten Bruder haben wir, seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr. Es gab mal einen Familienstreit, der uns auseinander gerissen hat. Nachdem der Älteste vom Tod des Vaters erfahren hat, wollte er sofort alles bestimmen und nach seinem Gusto ausrichten. Er hat sogar, ohne uns zu informieren, eine Feuerbestattung angeordnet.
Er: Ja, wie, ohne mit euch darüber zu reden?
Sie: Nein, er war der Meinung, als ältester Sohn hätte er das Recht dazu. Das aber wollten wir uns nicht gefallen lassen. Besonders mit der Feuerbestattung. In unserer Familie wurde noch niemand so bestattet und wir wollten der Tradition entsprechend eine Erdbestattung mit Beisetzung im Familiengrab. Du kannst Dir vorstellen, dass die Situation nicht einfach war, wir haben uns ganz schön in die Haare gekriegt.
Er: Und wie ist es ausgegangen?
Sie: Zum Glück hatten wir einen sehr einfühlsamen und diplomatischen Bestatter, der es geschafft hat, uns drei zur Vernunft zu bringen. Mein Vater wurde traditionell bestattet. Durch diese Auseinandersetzung haben wir aber in der wichtigsten Abschiedsphase die Trauer verdrängt. Sie kam verspätet aber heftig.
Er: Eine heikle Geschichte. Denkst Du, wenn euer Vater einen Wunsch in Hinblick auf die Bestattung hinterlassen hätte, wäre es für alle einfacher und besser gewesen?
Sie: In jedem Fall. Wir hätten seinen Wunsch einfach akzeptiert und erfüllt. Es wäre zu keinen Diskussionen und Auseinandersetzungen gekommen. Unsere Mutter sieht es auch so. Für Sie war es doppelt schlimm, den Tod zu verkraften und auch noch zu erleben, wie die Kinder sich streiten. Deshalb hat sie neulich eine Wunscherklärung zu ihrer eigenen Bestattung verfasst und beim Bestatter hinterlassen. Sie will auf keinem Fall, dass wir wieder in Streit geraten.
Er: Hammerhart. Von der Seite habe ich das „Egal“ noch nie betrachtet. Darüber muss ich nachdenken…
Veröffentlicht unter Bestattung, Information über..., Vorsorge
Verschlagwortet mit Beerdigung, Bestatter, bestattung, friedhof, Tod
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Frohe Ostern!
Allen unseren Lesern wünschen wir ein erholsames und ruhiges Osterfest. Genießen Sie die Frühlingssonne und gehen in die Natur, um die Lebenswandlung hautnah zu spüren.
(C) H.Seipel
Wir gönnen uns bis Dienstag eine Ruhepause.
Veröffentlicht unter Allgemein
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Anonyme Bestattung im Trend
In Hamburg ist es jeder Vierte, in Berlin sind es über 40 Prozent: Verstorbene, die anonym bestattet werden.
(C) Aeternitas e.V.
Die Verbraucherinitiative Aeternitas beobachtet seit Jahren, dass die Zahl derer steigt, die kein Grab mit Namen wollen oder bezahlen können. Dies bestätigt nun auch eine Studie der Universität Leipzig. Danach lag der Anteil anonymer Bestattungen in Deutschland 2009 bei 28 Prozent, 1999 noch bei 23 Prozent.
Die Gesellschaft verändert sich und damit auch die Friedhöfe. Christliche Traditionen und familiäre Bindungen verlieren an Bedeutung. Die Pflege eines Grabes wird vielen zu teuer, zu mühsam oder ist wegen weit verstreut lebender Familien kaum möglich. Deshalb werden immer mehr Menschen anonym beigesetzt – in einem Grab ohne namentliche Kennzeichnung. Günstiger kann, auch das spielt für viele eine entscheidende Rolle, eine Bestattung in Deutschland nicht sein. „Bei manchen steht die anonyme Bestattung auch für den Ausdruck des Protests gegen ein fehlendes attraktives Grabangebot auf dem Friedhof“, sagt der Aeternitas-Vorsitzende Hermann Weber. Immer mehr Friedhöfe reagieren und bieten günstige, pflegefreie Gräber mit gärtnerischer Gestaltung an.
Beim Anteil der anonymen Bestattungen beobachten die Leipziger Forscher ein Ost-West-Gefälle. 2009 wurden in Ostdeutschland 46 Prozent (1999: 36 Prozent) der Verstorbenen ohne namentliche Kennzeichnung beigesetzt, in Westdeutschland 18 Prozent (1999: 15 Prozent). Innerhalb der alten Bundesländer besteht ein Gefälle zwischen dem Norden und dem Süden. In Niedersachsen mit 32 Prozent (1999: 22 Prozent), Bremen mit 29 Prozent (1999: 22 Prozent) und Nordrhein-Westfalen mit 29 Prozent (1999: 20 Prozent) ergaben sich hier die höchsten Werte. Im überwiegend katholischen Bayern waren es nur 13 Prozent (1999: fünf Prozent), in Baden-Württemberg sieben Prozent (1999: sechs Prozent). Für die Studie befragten die Forscher deutsche Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern. 88 von 293 angeschriebenen Verwaltungen gaben ihre Zahlen an.
Die vorgelegten Daten sind der erste Teil eines Forschungsprojekts der Universität Leipzig zur Bestattungskultur. Die Leipziger Wissenschaftler suchen für die weitere Forschung Gesprächspartner, die sich selbst zu Lebzeiten für eine anonyme Bestattung, aber auch für eine See-, Baum- oder Naturbestattung entschieden haben. Interessenten wenden sich bitte an die Diplom-Soziologin Nicole Sachmerda-Schulz unter E-Mail: sachmerda@uni-leipzig.de oder Telefon: 0341 / 973 71 82.
Quelle: Pressemitteilung Aeternitas e.V.
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Verschlagwortet mit anonyme bestattung, bestattung, friedhof, friedhofskultur
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Selber sterben statt gestorben werden
Die Würde des Menschen ist unantastbar (Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz), und das bis zum letzten Atemzug.
(C) Syntropia
Die Hilflosigkeit eines Menschen, der an Sterbeverhinderungsmaschinen gekoppelt ist und von Entscheidungen ihm völlig fremden Menschen abhängig ist, hat mit Würde nicht viel zu tun. Werner Pieper bringt in dem Satz „selber Sterben statt gestorben werden“ das Problem auf den Punkt. Der Satz dient als Untertitel seines Buches „Friede sei mit mir (& Dir)“, das in der Reihe „Der Grüne Zweig“ (Nr. 261) erschienen ist. Das Buch, so der Autor, wurde geschrieben, weil es wichtig sei, den Tatsachen in Hinblick auf die Veränderung der Kultur des Sterbens, ins Auge zu schauen. Pieper betont, es handele sich dabei weder um ein wissenschaftliche Anhandlung, noch eine autobiografische Erfahrung. Der Autor sammelt und verbindet andere Quellen und gibt ihnen den eigenen Rhythmus und Bedeutung.
Den Anfang macht die Definition des Todes, wobei die Formulierung des eigenverantwortlichen Abschieds eine zentrale Rolle einnimmt. „Wer loslassen kann, stirbt auch gelassener“ und „Du kannst nach dem Tod nicht besser sein, als Du im Leben geworden bist“ – schon alleine wegen der beiden Zitate, lohnt die Lektüre des Buches.
Seine Auseinandersetzung mit dem Tod geht über die vielen Facetten der Todesarten wie z.B. den psychogenen Tod. So wird das Sterben an ungeklärter Ursache bezeichnet, das immerhin auf jeden zehnten Todesfall zutrifft. Die Vermutung liegt nahe, dass in den Fällen die Psyche eine besondere Art des Suizids begeht. Mit anderen Worten, psychogener Tod ist die Selbsterlösung der Psyche, wenn der richtige Zeitpunkt (wie auch immer „richtig“ definiert wird) gekommen ist.
Nach einem Streifzug durch weitere Todesarten, der stellenweise in seiner Detailtreue den Leser verblüfft, beschäftigt sich Pieper mit der medizinischen Seite des Sterbens und den technischen Möglichkeiten es hinauszuzögern. Unweigerlich stößt man dabei auf den Begriff „Euthanasie“, der aus dem Griechischen kommt und so viel wie „guter Tod“ bedeutet. In Deutschland verwendet man, aufgrund der geschichtlichen Assoziation zur staatlichen Menschenvernichtung durch die Nazis, lieber das Wort „Sterbehilfe“. Mit dem Fortschritt in der Medizin nimmt der Begriff nicht nur an Bedeutung, sondern auch an Brisanz zu. Die Alternative zu sterilen Lebenserhaltungsmaßnahmen im Sinne des Gesetzes aber nicht unbedingt zum Wohle des Menschen, bieten die Palliativmedizin und die Hospitzbewegung, denen der Autor jeweils einen ausführlichen Beitrag widmet.
Im letzten Teil des Buches geht es um die Praxis – im wahrsten Sinne des Wortes. Sie beginnt mit einer sachlichen Zusammenstellung der gängigen Methoden des Freitodes, von A wie Abgasvergiftung bis V wie Vergiftung mit Medikamenten. Die Nüchternheit der Darstellung überrascht an dieser Stelle nicht, denn Pieper bekennt sich von der ersten Seite als Fürsprecher der freien Entscheidung über den Zeitpunkt und Umstände des eigenen Todes.
Nachdem der Tod eingetreten ist, unabhängig von seiner Art, sind die Angehörigen verpflichtet sich um die Bestattung zu kümmern. Hierzu erfahren wir die wichtigsten Schritte, vom ersten Kontakt mit Bestattern bis hin zur Haushaltsauflösung des Verstorbenen.
Den Platz auf den letzten Seiten schenkt der Autor einigen Zahlen und Statistiken rund um Leben und Tod. Selbstverständlich darf eine umfangreiche Quellenangabe, nachdem sich Pieper offen zum „Abschreiben“ bekennt, nicht fehlen.
Nun ja, 180 Seiten Material, damit der Friede mit uns sei. Ist er es?
Die Lektüre hat bei mir gemischte Gefühle ausgelöst. Werner Pieper hat sein Ziel, alles über selbstbestimmtes Sterben zusammen zu fassen, weitgehend erreicht. Doch für einen unvorbereiteten Leser, der sich noch nicht bewusst und intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt hat, kann die rein sachlich-konstruktive Darstellung ein wenig befremdlich wirken. Gefühl, Emotion und Seele kommen hier nicht zu Wort. So könnte leicht der Eindruck entstehen, dass sie überflüssig wären. Das war sicher nicht die Absicht des Autors, denn wahrer Friede nur Seelenfriede sein kann.
Als Ratgeber, Aufklärer und Nachschlagewerk zum Thema finde ich das Buch erstklassig und nehme an, dass genau diese Eigenschaften viele Leser begeistern werden.
Bestellen können Sie das Buch bei Syntropia: Friede sei mit mir (& Dir)
P.S. Ein Nachtrag in eigener Sache. Heute Nacht ist ein naher Verwandter von mir gestorben. Er erlag einer schweren Krankheit und starb im Krankenhaus. Danke seiner Patientenverfügung begleiteten seinen Abschied weder Schläuche noch Maschinen. Er ging in Würde.
Veröffentlicht unter Literatur, Ratgeber, Vorsorge
Verschlagwortet mit bestattung, Patientenverfügung, seele, sterbekultur, sterben, Tod, Vorsorge
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Energie wandelt sich
Die Tragödie in Fukushima hat uns massiv zum Umdenken gezwungen.
pixelio/Viktor Mildenberger
Atomenergie scheint, zumindest in Deutschland, keine große Zukunft zu haben. In anderen Ländern wandelt sich das Bewusstsein in Hinblick auf Energiegewinnung nur langsam und wird leider durch kurzfristige Vorteilsabsicherung geprägt.
Aber gehört nicht die Fähigkeit umzudenken und sich veränderten Lebensbedingungen anzupassen zu und Menschen, seit Beginn unserer Existenz dazu? Wenn unsere Vorfahren nicht umgedacht hätten, dann säßen wir wahrscheinlich noch heute in einer dunklen Höhle und hätten wilde Tiere mit Speeren gejagt.
Gewohntes loszulassen fällt schwer, weil Neues oft zuerst unbequem erscheint.
So ist es auch, wenn es um neue Energiequellen geht. Nehmen wir z.B. die Solaranlagen, mit deren Hilfe Strom aus der Kraft der Sonne gewonnen wird. Eine prima Sache, sauber und natürlich, und vor allem umweltfreundlich. Immer mehr Solaranlagen schmücken die Dächer unserer Häuser. Es ist mir aufgefallen, dass manche Solarzellen, besonders wenn sie schon älter sind, irgendwie matt und dreckig aussehen? Wie ist es, müssen Solaranlagen auch gereinigt werden? Tatsächlich, ich habe weitere Informationen zum Thema Solarpflege gefunden und erfahren, dass verdreckte Anlagen bis zu 25% weniger Energie erzeugen. Regen und Schnee schaffen es nicht, die Solarzellen sauber zu halten.
Interessant, wie die Wende bzw. Wandlung in der Nutzung der natürlichen Energieressourcen unseren Gewohnheiten beeinflussen. Dabei entstehen ganz neue Dienstleistungsbereiche, die wiederum für Arbeitsplätze sorgen. Irgendwie kriegt das Leben immer die Kurve . Die Bremser sind wir, wenn wir am Alten kleben und Neues ablehnen.
Veröffentlicht unter Information über..., Lebenswandlung
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Trauer ist keine Krankheit
Wenn sich die Medizin dem Thema Trauer widmet, wird Trauer schnell zur Krankheit. Nicht selten setzen Ärzte die Traurigkeit nach einem Trauerfall mit Depressionen gleich. Trauer ist jedoch eine normale Reaktion auf einen Verlust, die sich in den meisten Fällen ohne Medikamente beherrschen lässt.
(C) Thorben Wengert / pixelio.de
„Meine Frau ist vor sechs Monaten gestorben. Seitdem fühle ich mich so schlecht. Ich kann nicht mehr schlafen, habe nicht viel Appetit, kann mich nicht mehr richtig freuen. Ich bin einfach so traurig. Das ist doch nicht normal. Haben Sie nicht eine Pille gegen Trauer?“ Diese Frage hört Heidi Müller, Trauerbegleiterin und Beiratsmitglied des Internetportals www.gute-trauer.de, oft in ihren Gesprächen mit Trauernden. Sie kennt viele Fälle, in denen Menschen wegen ihrer Traurigkeit nach dem Tod eines Angehörigen zum Arzt gingen und mit einem Antidepressivum oder Beruhigungsmittel nach Hause kamen. Die Gespräche dauerten in einigen Fällen nicht einmal fünf Minuten.
Solche Fälle sind Ausdruck einer Entwicklung, die Fachleute – in Anlehnung an die internationale Trauerforschung – als Medikalisierung bezeichnen. Tiefe Traurigkeit nach einem Verlust wird zunehmend nicht mehr als intensive Emotion wahrgenommen, die so sein darf. Sie wird in medizinische Kategorien eingeordnet und erscheint behandlungsbedürftig. Müller zweifelt daran, dass Trauernden mit Medikamenten geholfen werden kann. „Trauer ist keine Krankheit, sondern eine normale Reaktion auf ein Verlusterlebnis“, sagt sie.
Die medizinische Betrachtungsweise von Trauer führt auch dazu, dass Trauer als individuelle Angelegenheit betrachtet wird. Der soziale Zusammenhang bleibt unberücksichtigt, obwohl er eine wichtige Rolle spielt. Die Gemeinschaft fühlt sich häufig nicht mehr in der Pflicht bzw. in der Lage, Trauernde zu unterstützen, weil – so die Annahme –, Trauernde in professionelle Hände übergeben werden sollten.
Auch Aeternitas, die Verbraucherinitiative Bestattungskultur, kritisiert die Medikalisierung von Trauer. Der Verein fördert zur Aufklärung über die Normalität von Trauer das Internetportal www.gute-trauer.de, das den sozialen Zusammenhang von Trauer berücksichtigt. Trauernde und andere Interessierte finden umfassende Informationen und Hilfen.
Quelle: Pressemitteilung Aeternitas e.V.
Veröffentlicht unter Pressemitteilungen, Trauerbewältigung
Verschlagwortet mit bestattungskultur, krankheit, Trauer, trauerbewältigung
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Dies und Das über Bestattung und Abschied
Man soll das Rad nicht immer neu erfinden. Deshalb schreibe ich heute nicht selbst etwas Neues, sondern stelle Ihnen eine Auswahl an interessanten Beiträgen rund um Bestattung und Abschied, die ich in den letzten Tagen im Internet entdeckt habe.
Gerd Altmann / pixelio.de
Zuerst ein Radiobeitrag vom Deutschlandfunk zum Hören oder Nachlesen, in dem es um die aktuelle Lage des Bestattungsmarktes geht: „Viel Pietät, wenig Konkurrenz“.
Bestattung als Lockmittel in der Werbung – das haben sich die Betreiber eines Radiosenders ausgedacht und ein Gewinnspiel veranstaltet. Zum Gewinnen gab eine Sterbegeldversicherung für die eigene Bestattung. Diese Aktion sorgte teilweise für Empörung und landete vor Gericht. Jetzt wurde entschieden:
kein Problem, die Aktion verletzt nicht die Menschenwürde. Lesen Sie, was Spiegel online dazu meint: “Radio-Gewinnspiel”
Bestatter ist kein Männerberuf. Die Zeiten der männlichen Totengräber sind längst Geschichte. Schon lange sind die aktuellen Bestatterberufe keine reine Männerdomäne mehr. Das machte auch die feierliche Freisprechung ausgebildeter Bestatter in Münnerstadt deutlich. Darüber berichtet die MainPost vor wenigen Tagen: „Bestatterbranche ist keine Männerdomäne“.
Und zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln. Hören Sie, was Discount-Bestattung tatsächlich bedeutet: „Die Discount Bestattung“ von 3Sat
Veröffentlicht unter Abschied, Bestattung, Virtuell
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Über Erben und Vererben (Teil 2)
Im ersten Teil unserer Serie über Erben und Vererben haben Sie Grundsätzliches zu den Begriffen und zur gesetzlichen Erbfolge erfahren. Heute klären wir einige Fragen rund um das Testament.
Rainer Sturm / pixelio.de
Wer soll ein Testament verfassen?
Ein Testament ist kein Muss. Wenn kein Vermächtnis hinterlassen wird, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft, die das Erbe regelt. Um jedoch Missverständnisse, Familienzwist oder gerichtliche Streitigkeiten zu vermeiden, aber auch zum Schutz von Nahestehenden wie dem Ehepartner bei kinderlosen Paaren oder dem Lebensgefährten, empfiehlt es sich unbedingt, ein Testament zu errichten. Darin muss der letzte Wille eindeutig geregelt sein.
Braucht man einen Notar, um ein Testament zu verfassen?
Theoretisch nein, doch hier sollte berücksichtigt werden, was vererbt wird. Wenn Vermögen, Immobilien oder ein Geschäft vorhanden sind, dann sollte ein Notar hinzugezogen werden, der dann ein sogenanntes öffentliches Testament beurkundet. Dabei wird auch geklärt, was juristisch zu berücksichtigen ist und welche Folgen die gewünschten Verfügungen auch in steuerlicher Hinsicht haben.
Eine weitere Ausnahme tritt ein, wenn der Erblasser zu schwach oder nicht in der Lage ist, ein Testament eigenhändig zu schreiben. In dem Fall muss ein Notar hinzugezogen werden, der dann den letzten Willen mündlich entgegennimmt.
Was ist zu beachten, wenn man das Testament ohne einen Notar verfasst?
Es gibt hierfür einige Regeln:
- Es muss eigenhändig geschrieben und mit vollem Vor- und Zunamen unterschrieben sein.
- Ort und Datum dürfen keinesfalls fehlen.
- Dem privaten Testament hinzugefügte Nachträge müssen erneut wie oben unterschrieben werden.
- Ein Testament ist ungültig, wenn die Unterschrift fehlt oder wenn es mit der Schreibmaschine bzw. einem Computer geschrieben wurde.
Wo soll man das Testament aufbewahren?
Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Das Testament kann zu Hause oder gegen eine Gebühr beim Amtsgericht aufbewahrt werden. Am sinnvollsten gehört das Testament in die persönliche Vorsorgemappe, die dann auch bei ausgewähltem Bestatter hinterlegt wird. Wichtig ist, dass die Angehörigen wissen, wo sich das Testament befindet und wen Sie diesbezüglich ansprechen sollen.
Kann man im Testament jemanden enterben?
Enterben bedeutet vom Erbe ausschließen. Jedem Erblasser obliegt es frei, wen er als Erbe bestimmt. Es müssen nicht zwingend die Angehörigen sein. Sollte er aus persönlichen Gründen jemanden ausdrücklich vom Erbe ausschließen oder im Testament einfach nicht berücksichtigen, kann das ohne Angabe von Gründen erfolgen.
Ganz leer werden die nächsten Angehörigen aber nicht ausgehen. Dafür hat der Gesetzgeber mit dem Pflichtteil vorgesorgt. Abkömmlinge des Erblassers und der lebende Ehegatte sind pflichtteilsberechtigt. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils und muss in Geld ausgezahlt werden.
Wann wird das Testament geöffnet und wer darf es tun?
Nach dem Tod des Erblassers ist derjenige, der sein Testament aufbewahrt, gesetzlich verpflichtet, das Dokument unverzüglich beim Nachlassgericht abzugeben.
Das Gericht setzt dann einen Termin fest, an dem der Inhalt des Testaments förmlich bekannt gegeben wird. Erscheinen die Beteiligten zum Eröffnungstermin nicht, werden sie vom Gericht über die darin getroffenen Verfügungen unterrichtet.
Was danach passiert und mit welchen steuerlichen und sonstigen Folgen zu rechnen ist, das erfahren Sie in der nächsten Folge über Erben und Vererben.
Veröffentlicht unter Erbschaft, Information über..., Ratgeber
Verschlagwortet mit Bestatter, digitales erbe, enterben, erben, erblasser, Testament, testament öffnen, Vorsorge
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Rauchertaxi
Über den Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Das trifft auch auf Werbung zu. Doch manchen Kreationen kann man ihre Originalität nicht abstreiten. So auch der Aktion „Rauchertaxi“ der Initiative „Glücklicher –Nichtraucher“ von Lutz Mehlhorn. Aber schauen Sie selbst:
Der verdutzte Fahrgast wird direkt in ein Raucherentwöhnungsseminar chauffiert. Der Leichenwagen mag bei manchen so eine Schockwirkung ausgelöst haben, dass sie tatsächlich den Griff nach der Zigarettenschachtel künftig lieber lassen wollen.
Neben dem Leichenwagen-Taxi setzt die Initiative noch weitere Überraschungseffekte. In auf Flughäfen eingerichteten Raucherlounges schmücken große Spiegel das Ambiente. Sobald aber ein Raucher mit Zigarette im Mund sein Blick auf sie richtet, erscheint neben seinem Spiegelbild wie aus dem Nichts der Sensenmann auf. Die Projektion mithilfe der sogenannten „venezianischen Spiegel“ wird durch einen Bewegungsmelder ausgelöst. Ein Effekt mit hoffentlich nachhaltiger Wirkung.
Veröffentlicht unter Allgemein, Kurioses, Lebenswandlung
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