Monats-Archive: Mai 2011

Bestattung unter Bäumen

Zurück zu Natur, Nachhaltigkeit und Ökologie haben ihren festen Platz in unserer Gesellschaft bekommen.
Bestattung unter Bäumen – entscheiden Sie mit dem Herzen.
Sie spielen auch in Bezug auf Tod und Sterben eine wichtige Rolle. Die steigende Nachfrage nach naturnahen Bestattungen macht deutlich, dass diese Begriffe auch inhaltlich gelebt werden.
Naturnahe Bestattung bedeutet in der Regel eine Bestattung unter Bäumen. Es ist eine schöne Vorstellung, nach dem Tod, in freier Natur eines ursprünglichen Waldes die ewige Ruhe zu finden. Diese Vorstellung zu realisieren haben sich in Deutschland vor allem zwei Anbieter zur Aufgabe gemacht, die Friedwald GmbH mit Sitz in Griesheim und die RuheForst GmbH mit Verwaltungssitz in Erbach. Damit bleibt das Angebot auf den ersten Blick recht überschaubar und einfach zu recherchieren. Als ich jedoch in die Details der Angebote eingetaucht bin, stellte ich fest, dass auch diese Bestattungsform nicht ohne Bürokratie, Formalismus und knallharter Kalkulation der Preise auskommt.
Die Konzepte beider Anbieter, Waldflächen als naturnahe Friedhöfe zu vermarkten, unterscheiden sich sehr deutlich voneinander. Die Friedwald GmbH setzt auf Eigenbetrieb von z.Zt. ca. 35 Wäldern, die vom eigenen Personal betreut und gepflegt werden. Die Auswahl neuer Waldflächen erfolgt stets nach klar festgelegten Qualitätskriterien. Auf der unternehmenseigenen Webseite kann man sich ausführlich über zahlreiche Varianten der Bestattungs-Bäume informieren. So ist ein „Basisplatz“ bereits ab 490,- Euro zu haben. Am teuersten wird man unter einem „Partnerbaum“ bestattet. Der kostet ab 2.700,- Euro aufwärts.
Die RuheForst GmbH arbeitet mit zahlreichen Kooperationspartnern. Um die Pflege und Verwaltung der z.Zt. ca. 47 Ruhestätten kümmern sich die jeweilige Gemeindeverwaltung oder der Waldbesitzer. Damit findet man hier auch keine Einheitspreise und keine standardisierte Angebote. Sie schwanken je nach Standort und Betreiber, liegen aber insgesamt im ähnlichen Kostenrahmen wie der Mitbewerber.
Neben den beiden kommerziellen Anbietern entscheiden sich immer mehr Gemeinden,  Kommunen und öffentliche Träger eigene Wald- oder Parkfriedhöfe anzubieten. Dort, wo der Platz es erlaubt, werden die naturnahen flächen an bestehende Friedhöfe angegliedert.
So ist es nicht schwer einen Waldfriedhof in der Nähe des eigenen Wohnortes zu finden. Aber ist eine Bestattung unter Bäumen tatsächlich das Richtige für Sie? Entscheiden Sie sich nicht zu spontan. Überlegen Sie in Ruhe und am allerbesten sprechen Sie mit einem Bestatter darüber. Lassen Sie sich unabhängig informieren und erläutern, welche Vor- und Nachteile mit einer Waldbestattung verbunden sind. Denken Sie auch an Ihre Angehörigen. Wird es für sie in Ordnung sein, zwar einen Baum als Erinnerungsstätte aber keinen Ort für individuelle Trauerrituale zu haben? Treffen Sie eine Entscheidung mit Ihrem Herzen und lasen Sie sich dabei von günstigen Preisen, hohen Qualitätskriterien und erstklassigem Service nicht zu leicht verführen.
Bildquelle: Luise  / pixelio.de

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Probeliegen im Sarg

Probeliegen? Nichts Neues. In jedem Möbelhaus können sie es, beim Kauf einer Matratze sollen sie es in jedem Fall tun. Aber Probeliegen in einem Sarg?
Eine ungewöhnliche Einladung
Wer kommt auf diese ungewöhnliche Idee? Genau das fragte ich mich bei meinem Gang über die Messe „Leben und Tod“ in Bremen als ich einen offenen Sarg mir der eindeutigen Einladung zum Probeliegen sah.
Auf diese Idee kam Herr Heiner Schomburg, Bestatter aus Bremen. Sicher wollte er damit Aufmerksamkeit auf seinen, übrigens sehr geschmackvollen Messestand lenken. Doch einen reinen Aktionismus darin zu sehen, wäre falsch. Im Gespräch mit dem innovativen Bestatter erfuhr ich, welche Philosophie hinter seinem „Trauerraum“ steht:
Im Gespräch mit Herrn Schomburg
„Unser trauerraum bietet die Möglichkeit zur Begegnung – mit dem Toten und den Lebenden, den anderen und sich selbst. (…) Ein Ort, an dem Sie Raum und Zeit finden, die Realität des Todes zu akzeptieren.“ Klasse, es sind genau dieselben Gedanken, die mich bewogen haben, den Lebenswandlung-Blog zu betreiben. Nur, dass sich beim Blog um einen rein virtuellen Raum handelt. Das ist beim Trauerraum anders. In der Brunnenstraße in Bremen können sie diese Räume betreten, auch dann wenn sich noch weit und breit kein persönlicher Trauerfall ankündigt. Denn es ist auch ein Veranstaltungsort. In den Veranstaltungen stehen die Themen Tod, Sterben und Trauer im Mittelpunkt. Vorträge mit Diskussionen, Theater, Film, Konzerte und Ausstellungen bieten die Möglichkeit zur Begegnung mit dem Tod und den Lebenden, den anderen und sich selbst.
Herr Schomburg ist relativ neu in der Branche, dazu auch noch ein Quereinsteiger. Der Diplom Pädagoge entdeckte erst vor wenigen Jahren das Thema für sich, als er aus Neugier einen Praktikumstag beim Bestatter absolvieren wollte. Aus dem einen Tag wurden neun Monate und nach reifer Überlegung startete er im April 2010 mit seinem innovativen Konzept durch.
Auf die Frage, wie schwer hat man als Quereinsteiger, antwortete er überraschend: „Viel leichter als die Kollegen, die ein geschäftliches Erbe eintreten“. Das leuchtet ein. Er brauchte kein angestaubtes Image einer traditionsreichen Bestatterfamilie abzustreifen, um neue Ideen und Konzepte umzusetzen. Für ihn bestand auch nicht die Gefahr Bestandskunden dadurch zu verlieren. Er musste sie ohnehin erst gewinnen. „Trauerraum“ spricht eine ganz klar definierte Zielgruppe. Ich nenne sie die „Generation Bionade“. Es sind Menschen, die bewusst leben und Nachhaltigkeit wertschätzen, ohne dem puren Idealismus der ökologischen Gedanken zu verfallen. Es sind Menschen, die selbst bestimmen und entscheiden wollen, ohne sich von gesellschaftlichen Glaubensätzen leiten zu lassen. Und es sind Menschen, die das Leben und die Lebensfreude stets zu schätzen wissen. Diese Menschen wollen so sterben und bestattet werden wie sie gelebt haben: individuell, bewusst und würdig. Der „Trauerraum“ ist genau für sie da.
Trotz Globalisierung bleibt das Bestattergeschäft regional geprägt. So würden sie sich vielleicht fragen, was nutzt ihnen ein innovativer Bestatter in Bremen, wenn sie selbst in München, Frankfurt oder Pirna wohnen. Herr Schomburg ist mit seinem Konzept nicht alleine. Ähnliche Wege gehen immer mehr Bestatter in ganz Deutschland. Viele von ihnen haben sich in einem Netzwerk organisiert, das ich mir näher anschauen und Ihnen selbstverständlich darüber berichten werde.
Dem „Trauerraum“ wünsche ich weiterhin eine erfolgreiche Entwicklung und viel Kraft auf dem Weg in eine moderne Trauerkultur.

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Bestattung nach DIN-Norm

Kaum ein Bestatterkunde kennt den Inhalt der DIN-Norm DIN EN 15017.
(C) Stihl024/pixelio.de
Vielleicht fällt ihm noch nicht mal auf, dass in der Werbung, den Musterverträgen oder den Allgemeinen Geschäftsbedingungen darauf hingewiesen wird. „Doch für den Kunden kann es sich lohnen, sich auf den Text der Bestatter-DIN zu berufen“, sagt Hermann Weber, Vorsitzender der Verbraucherinitiative Aeternitas.
Ein Beispiel: Streitigkeiten ergeben sich nicht selten aus der Rechnung, die der Kunde erhält. Mitunter werden Leistungen berechnet, von denen im Vorfeld nicht die Rede war, oder die Höhe einzelner Rechnungsposten ist für den Kunden nicht nachvollziehbar. Hätte der Bestatter einen ordnungsgemäßen Kostenvoranschlag ausgehändigt, wäre es zu dieser Situation nicht gekommen. Ein Kostenvoranschlag ist zwar laut Bürgerlichem Gesetzbuch nicht zwingend vorgeschrieben, in der Bestatter-DIN heißt es aber unter 3.8.3: „Ein vollständiger, schriftlicher Kostenvoranschlag ist abzugeben.“ Das Einhalten der Norm könnte hier Ärger vermeiden. Kunden sollten nicht zögern, sich die DIN EN 15017 vom Bestatter zeigen zu lassen. Dieser ist nicht verpflichtet, den Text zur Verfügung zu haben. Bezieht er sich aber darauf, ohne ihn vorweisen zu können, ist Skepsis angebracht, ob die versprochene Qualität auch umgesetzt wird.
Quelle: Pressemitteilung Aeternitas e.V.

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Die kleinen Helfer für den Abschied

Wie im letzten Beitrag angekündigt, lade ich Sie heute meinen Messerundgang fortzusetzen.
(C) Das-Metier
Kaum habe ich den Vortragsbereich verlassen, fiel mit ein Stand mit ästhetisch anspruchsvollen kleinen Helfern für den Abschied auf. Er gehörte Michaela Mielke, Kunsthandwerkerin, die sich sinnstiftenden Ausdrucksformen für Trost, Trauer und Erinnerung widmet. Es ist ihr ein Herzensanliegen, Licht in dunkle Stunden zu bringen und Impulse zur bewussten Abschiedsgestaltung zu geben. Ihre Produkte zu denen Urnen, Gedenktafeln, Seelentröstern, Kerzen mit Spruchrollen sowie Trauer- und Segenskarten gehören stellt sie alle selbst her. Handgemalte Symbole und Schriftzeichen dienen als Bedeutungsträger, wenn Worte fehlen. Die Symbolsprache ist eine universelle Sprache, die Körper, Geist und Seele berührt.
Im Gespräch mit Frau Mielke
Bei der Auswahl der Motive lässt sich die Hamburgerin von der Natur inspirieren. Natürliche Farben, Formen und Materialien sind den Menschen vertraut. 

„Memoria dienen als Gabe für schwierige Lebenssituationen und als Geschenk für Menschen, die uns am Herzen liegen, wenn wir sprachlos sind,“ so die Kunsthandwerkerin, die sich auf Trost- und Gedenkartikel spezialisiert hat. Sie möchte Anregungen geben, auf die innere Stimme zu hören, sie zu verstehen und zu übersetzen – und dafür Sinnbilder zu finden.
Ihre Produkte berühren die Sinne. Es reicht nicht aus, die schönen Kerzen, Karten oder Seelentröster zu sehen. Man muss sie berühren, anfassen, in der Hand halten. Durch ihre angenehme Haptik der natürlichen Materialien und abgerundeten Formen spenden sie Trost und geben halt. Sie helfen den Abschied zu begreifen.
In unserem kurzen Gespräch merkte ich sehr deutlich, wie tief und ehrlich sich Frau Mielke mit ihrer Idee und ihren Produkten identifiziert. Sie trägt sie in Herzen und nicht nur im Kopf. Zu ihren Kunden zählen vor allem Einzelpersonen aber auch Trauerbegleiter, Hospitzeinrichtungen und ausgesuchte Bestatter.
Gerade Bestatter tun sich noch ein wenig schwer, das klassische Angebot um solche emotionale Produkte zu erweitern. Das finde ich persönlich sehr schade. Ein zeitgemäßer Bestatter hat die große Chance ein Begleiter mit vielfältigem Dienstleistungsangebot zu werden. Leider wird diese Chance nur selten wahrgenommen, denn bei vielen herrscht immer noch die Meinung, Sarg zu verkaufen und zu bestatten, wären die einzigen Aufgaben und Umsatzquellen eines Bestatters. Zum Glück finden sich große Ausnahmen. Eine bzw. einen davon stelle ich Ihnen im nächsten Beitrag vor.

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Leben und Tod stellen aus

Genau vor einer Woche fand in Bremen die Messe „Leben und Tod“ statt. Mit Interesse, Neugier aber auch einer gewissen Skepsis betrat ich die Messehallen. Um möglichst effektiv an der Veranstaltung teilnehmen zu können, waren organisatorische Überlegungen nötig. Neben 91 Ausstellern, die auf Besucher warteten, wurden an beiden Tagen parallel Fach- und offene Publikumsvorträge angeboten.
Eröffnungsbild des Vortrags von Frau Janetzky
Mit einem  Vortrag begann auch mein Messebesuch.
Frau Janetzky, Gründerin und Geschäftsführerin der Semno UG referierte über „Tod 2.0“. Hinter der zeitgemäßen Überschrift verbargen sich Einblicke in den digitalen Wandel, der auch mit Sterben und digitalem Nachlass zu tun hat. In Ihrem Vortrag gab Frau Janetzky nach der Erklärung, was Web 2.0 eigentlich bedeute, einen kurzen Überblick über die Präsenz des Todes im Internet. Die Bandbreite der Webangebote reicht von der Unterhaltung in Form von kuriosen Bestattungsanzeigen und einem Bestatterblog, über ernstzunehmende Trauerportale und Gedenkseiten, bis hin zu Usergruppen in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Videobeiträgen auf YouTube. Der Mensch stirbt aber seine Daten leben weiter. Mit dieser Feststellung müssen wir uns intensiv auseinander setzen, um nicht als „Webzombie“ in den weiten des Netzes gefangen zu bleiben. Was soll mit unseren Daten nach dem Tod passieren? Wer darf und soll sich darum kümmern? Ich bin mir sicher, dass die meisten Zuhörer des Vortrags sich bisher wenig Gedanken darüber gemacht haben. Digitaler Nachlass kann auch bares Geld bedeutet. Leider nicht nur für die Angehörigen, die über online Bankkonten oder diverse Bezahlsysteme Bescheid wissen sollten, sondern auch für Ganoven, die durch Datenmissbrauch auf Kosten Verstorbene sich bereichern. Über Vorsorge und Patientenverfügung wird viel gesprochen. Aber wie sieht es mit einer „digitalen Vorsorge“ aus? Hat schon jemand von Ihnen eine „Datenverfügung“ verfasst?
Der Vortrag brachte das noch unbearbeitete Feld der digitalen Spuren eines Menschen nach seinem Tod  ins Licht. Viele Fragen sind noch offen geblieben aber das Bewusstsein mit eigenen Daten noch sensibler und überlegte umzugehen wurde geweckt.
Mit den wichtigen Anregungen machte ich mich danach auf den Rundgang durch die Messehalle. Was ich dabei gesehen habe und welche interessante Interviews ich führen dürfte, das lesen Sie in den nächsten Blogbeiträgen.

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Deutschland sucht das schönste Grabmal

Zum sechsten Mal veranstalten Aeternitas und Naturstein die inoffizielle „Grabmal-Meisterschaft“ Grabmal-TED.
(C) Aeternitas e.V.
30 Grabmale aus über 100 Einsendungen hat eine Jury zu Jahresbeginn ausgewählt. Seitdem sind die Internetnutzer gefragt. Bei der letzten TED-Runde 2009/2010 haben mehr als 80.000 Besucher die Seite aufgerufen und ihre Grabmalfavoriten gewählt. Auch dieses Mal ist die Resonanz groß. Bei den abgegebenen Stimmen liegen zahlreiche Grabmale dicht beieinander.
Stimmen Sie ab: www.grabmal-ted.de
Mit dem Grabmal-TED setzen Aeternitas und Naturstein ein Zeichen für das gute Grabmal – gegen Eintönigkeit auf den Friedhöfen und für eine lebendige Erinnerungskultur. Mit ihrer Stimme können die Menschen ein Zeichen an die Branche der Grabmalschaffenden senden und ihren Geschmack äußern. Die Branche wiederum demonstriert auf der Plattform Grabmal-TED ihre Leistungsfähigkeit.
Quelle: Pressemitteilung Aeternitas e.V.

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Was kommt nach dem Tod?

Eine interessante Frage, auf die es garantiert keine sichere Antwort gibt.
Margot Kessler / pixelio.de
Nichts ist so sicher im Leben wie der Tod aber gleichzeitig ist kaum etwas ungewisser als das, was nach dem Tod passiert. Himmel und Hölle, Nirwana oder einfach Nichts? Welches Bild über das Jenseits prägt unsere moderne Gesellschaft? Das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur hat versucht die Antwort in einer repräsentativen TNS-Emnid-Umfrage mit 1001 Befragten zu finden. Auf die Frage „Was kommt nach dem Tod?“ antworteten:

27 Prozent der Befragten einfach „nichts“
25 Prozent glauben an das Weiterleben der Seele
10 Prozent sind für die Auferstehung
8 Prozent nennen die Wiedergeburt
7 Prozent geben die Verwandlung der Materie in Energie an.

Dazu hatten ca. 20 Prozent überhaupt keine Vorstellung und der kleine Rest von zwei Prozent enthielt sich der Antwort.
Interessant stellt sich die Auswertung der Antworten nach Geschlechtern dar. Frauen glauben deutlich häufiger als Männer an das Weiterleben der Seele und die Auferstehung.
Doch nicht nur das Geschlecht, sondern auch die Religionszugehörigkeit hat einen Einfluss auf die Antworten. So sagten 52 Prozent derjenigen, die sich als nicht religiös bezeichnet haben, dass nach dem Tod nichts käme, während 36 Prozent der Katholiken an ein Weiterleben der Seele und 13 Prozent an eine Auferstehung glauben. Von den Protestanten gaben 27 Prozent an, dass sie an ein Weiterleben der Seele nach dem Tod und 9 Prozent, dass sie an die Auferstehung glauben würden.
Eins macht die Umfrage in jedem Fall deutlich. Auch in globalen Zeitalter der virtuellen Welten hat die uralte Frage „was kommt nach dem Tod“ keinesfalls an Aktualität und Bedeutung verloren.
Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e.V.

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Selbstbestimmt und gut umsorgt auf dem letzten Weg

Neuer Hospizwegweiser wird erstmals auf der Leben und Tod vorgestellt.

(C) Messe Bremen
Eigentlich möchte man es machen wie die drei kleinen Affen: Augen, Mund und Ohren zuhalten: Es geht ums Sterben und den Tod, es geht um Särge, Trauerreisen, Abschied, das Testament, die letzten Stunden und für die Hinterbliebenen das Leben mit dem Verlust danach. Und doch: Nur das Eine im Leben ist wirklich sicher – und Augen und Ohren zuhalten hilft nichts. Deshalb macht es Sinn, sich vorzubereiten, darüber nachdenken und sich zu informieren, wie man selbstbestimmt und gut umsorgt den letzten Weg gehen kann und was man seinen Angehörigen wie hinterlässt und das eben nicht nur materiell. Hilfestellung für all diese Fragen erhält man auf der Veranstaltung „Leben und Tod“, in der Messe Bremen vom 12. bis 13. Mai.
„Auf der ‚Leben und Tod’ stellen ambulante und stationäre Hospizdienste, Altenpflegedienste und -heime, Bestattungsunternehmen, Friedhofsgärtnereien, Versicherungen, Selbsthilfegruppen, Vereine und Verbände aus“, erläutert Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der veranstaltenden Messe Bremen die Inhalte des Forums. „Dabei sind aber auch Kirchen und Glaubensgemeinschaften, es gibt Kunst, Literatur und vieles mehr – mittlerweile sind wir bei über 90 Ausstellern. Viele Besucher interessieren sich für den Vortrag von Frau Dr. Margot Käßmann zum Thema‚ ethische Fragen am Lebensende’ am Freitagmorgen.“
Erstmals wird die Broschüre „Hospiz- und Palliativ-Wegweiser des Landes Bremen” auf der Messe „Leben und Tod“ am Donnerstag, 12., und Freitag, 13. Mai 2011, kostenfrei ausgegeben. Nachzulesen ist hier, welche Hilfen und Angebote es in Bremen und Bremerhaven gibt. Herausgeber ist der Hospiz- und PalliativVerband Bremen e.V., der auf die Unterstützung des Landes Bremen zählen konnte. „Es ist uns wichtig, dass Sterbenskranke und deren Angehörige erfahren, welche Unterstützung es überhaupt gibt“, sagt Friedhelm Pielage, Geschäftsführer des Hospiz- und PalliativVerbandes Bremen e.V. „Der Wegweiser bietet deshalb auf eine sehr ansprechende Art Texte und Adressen, die für die letzten Monate des Lebens hilfreich sein können.“
„Gerne hat das Land Bremen diese Broschüre unterstützt. Die Hospizarbeit leistet einen großen Beitrag in der Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen“, sagt Staatsrat Dr. Hermann Schulte-Sasse, zuständig für die Bereiche Gesundheit, Verbraucherschutz und Frauen in der Freien Hansestadt Bremen. „Ganz besonders bedanken wir uns bei den vielen Ehrenamtlichen, die hier sehr engagiert sind und dazu beitragen, dass Menschen in ihrer letzten Lebensphase eine würdige, respektvolle und umfassende Betreuung bekommen.“
Das Angebot der „Leben und Tod“ ist umfassend. Zum einen steht für die Fachleute der Netzwerk-Charakter im Vordergrund: Verbände, Institutionen und Anbieter informieren hier über ihre Arbeit. Wer sich als Fachteilnehmer beim Vortragsprogramm anmeldet, kann außerdem wertvolle Pflegepunkte sammeln. Fachbesucher profitieren des Weiteren von dem parallel stattfindenden Pflegekongress, denn ausgesuchte Vorträge, die hier angeboten werden, dürfen kostenlos besucht werden.
Interessierte Bremer und Bremerinnen sind als Privatbesucher im Rahmen der „Leben und Tod“ willkommen. Sie können sich über aktuelle Themen wie die Patientenverfügung informieren, mit den über 90 Ausstellern ins Gespräch kommen und dabei viele Fragen klären.
Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr, Preis: 8 Euro, Fachteilnehmer finden die gestaffelten Preise sowie weitere Informationen im Internet unter www.lebenundtod-bremen.de.

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Abschied dreimal anders

Selektive Wahrnehmung funktioniert. Das stelle ich immer wieder fest, auch seitdem ich den Lebenswandlung-Blog betreibe.
Günter Havlena / pixelio.de
So fallen mir permanent in den Nachrichten oder in anderen Publikationen Meldungen über Tod, Abschied und Bestattung auf. Es ist nicht so, dass plötzlich häufiger oder spektakulärer gestorben wird, sondern meine Sensibilität auf die Themen sich stark erhöht hat. Diese Themen haben jetzt etwas mit mir zu tun, sind für mich wichtig und wecken mein Interesse. Deshalb finde ich sie auch häufiger als sonst.
Ebenso fällt mir auf, wie unterschiedlich darüber berichtet wird und wie vielfältig die Gründe sind, warum eine Meldung verbreitet wird. Doch in allen Fällen gilt auch beim Sterben, Tod und Abschied die Grundregel des Journalismus: eine Nachricht MUSS das Interesse möglichst viele Menschen wecken. Und was sind die Gründe für unser Interesse? Einige wenige funktionieren immer. Dazu zählen:

es geht um eine prominente Person,
es geht um ungewöhnliche Schwierigkeiten, in denen plötzlich jemand steckt,
es geht um Überschreitung irgendwelcher Grenzen.

Alleine in den letzten drei Tagen fand ich Nachrichten, die zu jeder der genannten Kategorie gut passen:
Prominent: Gunter Sachs wählt den Freitod aus Angst vor einer „ausweglosen Krankheit“ (Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,761305,00.html)
Schwierigkeiten: Kein Geld, keine Bestattung – ein Spießrutenlauf statt Trauer beschreibt, wie eine in einfachen Verhältnissen lebende Mutter ihren Sohn in Würde zu bestatten versucht (Quelle: http://www.merkur-online.de/lokales/dachau/statt-trauer-spiessrutenlauf-1233911.html)
Grenzen: Carolin Wosnitza, ein Erotikstar starb bei einer überflüssigen Schönheitsoperation. Ein Grund genug, um viele Gemüter aufzuregen. Doch auch auf dem Friedhof kommt sie nicht zu Ruhe. Ihr Grabstein sorgt für Unmut (Quelle: http://www.bild.de/regional/hamburg/big-brother-cora/streit-um-protziges-grab-von-big-brother-cora-17788672.bild.html )
Vielleicht fragen Sie sich, was will ich überhaupt mit diesem Beitrag sagen? Ganz einfach: Sterben, Tod und Abschied sind in den Medien ein Thema wie jedes andere. Hauptsache sie sind spannend aufbereitet und haben gewissermaßen auch einen Unterhaltungswert.
Schade nur, dass die andere, wichtigere Seite der Themen dabei verlorengeht. Hinter jedem diese Fälle steht ein Verstorbener, um den Hinterbliebenen trauern und der einen leeren Platz unter uns hinterlassen hat. Ich hoffe sehr, dass Journalisten, die solche Nachrichten verfassen und Leser, die sie dann lesen, sich dieser Tatsache bewusst bleiben.

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Über Erben und Vererben (Teil 3)

Im zweiten Teil unserer Serie über Erben und Vererben haben Sie das Wichtigste zu einem Testament erfahren. Die letzte Information bezog sich auf die Testameneröffnung.
Thorben Wengert / pixelio.de
Diese kann durchaus spannend werden, besonders dann, wenn der Erblasser seine Willenserklärung zu Lebzeiten für sich behalten hat. Die Überraschung, die danach kommt, muss nicht zwangsweise Glück und Reichtum bedeuten. Vererben kann man nämlich nicht nur Besitz und Geld, sondern auch Schulden und Verpflichtungen, die mit den materiellen Gütern verbunden sind.
Um nicht nach der Erbschaft ärmer zu werden als vorher, besteht immer die Möglichkeit ein Erbe abzulehnen.
Die Verpflichtung zur Annahme einer Erbschaft besteht nicht. Das ist in aller Regel dann der Fall, wenn der Wert der Erbschaft mögliche Schulden oder Verpflichtungen, die mitgeerbt werden, nicht deckt.
Man kann das Erbe innerhalb von sechs Wochen nach Kenntnisnahme durch eine amtlich beglaubigte Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht ausschlagen. Ansonsten wird man automatisch Erbe mit allen Rechten und Pflichten.
Um das Erbe einzutreten, wird meistens ein Erbschein benötigt. Das ist immer der Fall, wenn Immobilien oder eine im Handelsregister eingetragene Firma zum Nachlass gehören und der Erblasser nur ein eigenhändiges Testament oder überhaupt keines hinterlassen hat. Manchmal verlangen auch Banken einen Erbschein, um die Konten des Verstorbenen freigeben zu können.
Ein Erbschein wird immer am letzten Wohnort des Erblassers beantragt. Zuständig ist das Amtsgericht-Nachlassgericht. Bevor ein Erbeschein ausgestellt wird, prüft das Gericht, ob andere in Frage kommenden Erben keine eigenen Ansprüche erheben. Für den Erbschein werden Gebühren erhoben, die sich nach der Höhe des Geschäftswertes richten. Nur in Ausnahmefällen, z.B. wenn der Erbschein ausschließlich für die Grundbuchberichtigung benötigt wird, bleibt der Erbschein kostenlos.
Nachdem man das Erbe eingetreten hat, ist das Finanzamt darüber zu unterrichten. Innerhalb von 3 Monaten nach dem Todesfall ist die Erbschaftssteuererklärung abzugeben. Auf dieser Grundlage wird die Erbschaftsteuer berechnet und erhoben.
Wie hoch die Erbschaftssteuer ausfällt und wie sie entrichtet werden kann, hängt von vielen Faktoren zusammen und kann an dieser Stelle nicht näher beleuchtet werden. Es wird aber nicht jedes geerbte Euro sofort versteuert. Gesetzlich gelten folgende Steuerfreibeträge bei Erbschaften:

Freibetrag für Ehegatten 500.000 Euro,
Eingetragene Lebenspartner 500.000 Euro,
Freibetrag für Kinder des Erblassers 400.000 Euro
Freibetrag für Enkelkinder 200.000 Euro,
Geschwister, Nichten, Neffen sowie alle weiteren Personen 20.000 Euro.

Zusätzlich wird beim Erbfall dem überlebenden Ehegatten/Lebenspartner und den Kindern ein besonderer Versorgungsfreibetrag gewährt.
Diese Informationen zum Thema Erben und Vererben stellen nur einen kleinen Ausschnitt dieses umfangreichen Gebietes dar. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Bitte wenden Sie sich mit diesbezüglichen Fragen unbedingt an einen fachkundigen Rechtsanwalt oder Notar. Sie ersparen Ihren Angehörigen durch eine juristisch korrekte Erklärung Ihres letzten Willens später unnötige Schwierigkeiten.

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